Regionalkultur und Erwachsenenbildung auf dem Lehrplan

Wertvolle Überlegungen, hilfreiche Konzepte und praxisnahes Werkzeug erhielten kommunale Verantwortungsträgerinnen und -träger im Lehrgang „Kommunale Kultur- und Bildungsarbeit“. Das Fortbildungsangebot der Akademie der Kultur.Region.Niederösterreich richtete sich gezielt an Kulturverantwortliche sowie Bildungsgemeinderätinnen und -räte und unterstützt diese durch maßgeschneiderten Kompetenzerwerb in ihrer täglichen Arbeit. Gerade für die Erwachsenenbildung – der Kernbereich des BhW Niederösterreich – stellte der Lehrgang einen wichtigen Impuls dar, um Bildung vor Ort sichtbarer, zugänglicher und wirkungsvoller zu machen.

Bildungsarbeit als Herzstück kommunaler Entwicklung

Die Verbindung von Regionalkultur und Erwachsenenbildung, die in vielen Gemeinden bereits gelebt wird, stand im Mittelpunkt dieses erstmalig gemeinsam durchgeführten Lehrgangs der Kultur.Region.Niederösterreich und des BhW Niederösterreich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten in den gemeinsamen Modulen intensiv daran, wie Bildung in Gemeinden unter heutigen Bedingungen gestaltet werden kann: lebensnah, vielfältig, niederschwellig und stets im Dialog mit der Bevölkerung.

In den Modulen, die sich gezielt an die Bildungsgemeinderätinnen und -räte richteten, wurde deutlich, wie breit das Feld der kommunalen Erwachsenenbildung geworden ist. Es reicht von digitalen Kompetenzen über Gesundheitsbildung und gesellschaftliche Teilhabe bis hin zu demokratiepolitischen Aspekten und der Frage, wie Lernräume im Gemeindeleben entstehen können. Der Lehrgang bot dafür einen strukturierten Rahmen und verknüpfte Grundlagenwissen, Reflexionsarbeit und praxisorientierte Methoden.

Was der Lehrgang vermittelte – und was Bildungsgemeinden daraus machen

In insgesamt sechs Modulen – vier in Präsenz und zwei als Onlinetermine – beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Rollenverständnis, Potenzialanalysen, Projektplanung, Nachbarschaftsarbeit, persönlichen Kompetenzen und Öffentlichkeitsarbeit. Aus Sicht der Erwachsenenbildung besonders relevant waren die Schwerpunkte zur Kommunikation mit Bildungspartnerinnen und -partnern, zum Aufbau lokaler Bildungslandschaften und zu Good-Practice-Beispielen, die zeigten, wie vielfältig und lebendig Bildungsarbeit in Gemeinden aussehen kann.

Besonders das Modul „Bildung & Good Practice“ machte anhand von Expertinnen- und Experten-Interviews anschaulich, wie unterschiedlich Gemeinden Bildungsarbeit gestalten – und wie sehr sie dabei voneinander lernen können. So wurde sichtbar, wie in einer Gemeinde bewusst auf niederschwellige Themen gesetzt wird, die Menschen im Alltag abholen. In einer anderen rückte das starke Beziehungsnetzwerk in den Mittelpunkt, das Bildung als gemeinschaftliche Aufgabe begreift. In einer größeren Stadt wiederum wurden strukturierte Kooperationen mit Schulen, Volkshochschul-Standorten und weiteren Bildungsakteurinnen sowie -akteuren vorgestellt, die Bildung als demokratiepolitische Ressource begreifen. Wieder ein weiteres Beispiel zeigte, wie Bildung erlebbar wird – durch Kulturorte, Vereine, Musik oder soziale Treffpunkte, die als Lernräume genutzt werden.

All diese Fallbeispiele unterstreichen, dass allgemeinbildende und berufliche Erwachsenenbildung weit über das klassische Kurswesen hinausgeht. Sie lebt dort auf, wo Menschen zusammenkommen, sich austauschen, Neues ausprobieren und dabei ihre Gemeinde aktiv mitgestalten. Der Lehrgang bot zahlreiche Gelegenheiten, diese Erfolgsfaktoren sichtbar zu machen und auf die eigene Kommune zu übertragen.

Warum diese Qualifizierung heute so wichtig ist

Die Arbeit der Kulturverantwortlichen sowie der Bildungsgemeinderätinnen und -räte ist wertvoller denn je. Erwachsenenbildung und Regionalkultur stärken die Basis jedes Gemeinwesens: Sie fördern Identität, unterstützen Integration, begleiten gesellschaftlichen Wandel und schaffen Räume, in denen sich Menschen weiterentwickeln können – unabhängig von Alter, Herkunft oder Bildungsstand. Oft gelingt es gerade durch niederschwellige Angebote, neue Zielgruppen zu erreichen und das Bewusstsein für lebensbegleitendes Lernen zu stärken.

Aus Sicht des BhW zeigt der Lehrgang deutlich, wie Bildung in Gemeinden als Querschnittsthema verstanden werden kann: Sie ist Brückenbauerin zwischen Vereinen, Schulen, Verwaltung und Bevölkerung. Sie ist Teilhabeinstrument, Zukunftswerkstatt und Motor für soziales Miteinander.

Ein Teil des umfassenden Unterstützungspakets

Der Lehrgang bildet einen zentralen Bestandteil des Unterstützungspakets der Kultur.Region.Niederösterreich und des BhW Niederösterreich. Dieses Paket umfasst Beratungsangebote, Vernetzungstreffen, eine landesweite Tour durch sämtliche Bezirke, Leitbild-Workshops, den Leitfaden für regionale Kulturarbeit und die Servicestelle für Bildungsgemeinderätinnen und -räte. Für die Teilnehmenden endet der Lehrgang mit der feierlichen Zertifikatsverleihung im Schubertschloss Atzenbrugg – ein sichtbares Zeichen für ihr Engagement für Kultur- und Bildungsarbeit vor Ort.

Weitere Fotos von der Zertifikatsverleihung sowie vom Lehrgang finden Sie auf: https://www.kulturregionnoe.at/fotogalerien/lehrgang-kommunale-kultur-und-bildungsarbeit